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Widerruf

Widerrufs-Button

Gesetzliche Grundlage
Seit dem 19. Juni 2026 schreibt § 356a BGB vor, dass Unternehmen, die Verträge mit Verbrauchern online abschließen, eine elektronische Widerrufsfunktion bereitstellen müssen. Diese muss jederzeit zugänglich, gut sichtbar und ohne Anmeldung nutzbar sein. Der Button muss dabei exakt die Bezeichnung „Vertrag widerrufen” tragen — diese Formulierung ist gesetzlich vorgeschrieben und darf nicht abgeändert werden.
kutego® hat die Software rechtzeitig für dich angepasst. Was das konkret bedeutet und was du selbst noch prüfen musst, erfährst du hier:

Wo erscheint der Widerrufs-Button?

  • Mit dem Webmodul: Nutzt du das kutego®-Webmodul, wird der Button „Vertrag widerrufen” automatisch im Fußbereich deiner Seite angezeigt — neben Impressum, Datenschutz und AGB. Du musst nichts weiter tun.
  • Ohne das Webmodul: Ohne das Webmodul musst du den Link manuell in deine eigene Webseite einbinden. Den fertigen Link findest du im Adminbereich unter Inhalte veröffentlichen → Links. Stelle sicher, dass der Button gut sichtbar auf jeder Seite platziert ist und exakt die Bezeichnung „Vertrag widerrufen” trägt — diese ist gesetzlich vorgeschrieben und darf nicht abgeändert werden.
  • Im Kunden-Login: Zusätzlich wird der Button im Kunden-Login unter Rechnungen angezeigt. Hinter jeder offenen Rechnung erscheint ein entsprechendes Symbol, über das der Kunde den Widerruf direkt für die jeweilige Buchung einreichen kann.
  • In Buchungsbestätigungen und Kundenkonto: Buchungsbestätigungen — sowohl die Seite als auch die E-Mail — sowie das Kundenkonto enthalten jetzt einen Hinweis auf die Widerrufsfunktion mit einem vorbefüllten Link.

So läuft der Widerruf für deine Kunden ab

Klickt ein Kunde auf „Vertrag widerrufen”, wird er auf die gesetzlich vorgeschriebene Landingpage weitergeleitet. Dort füllt er folgende Felder aus:

  • Name (Pflichtfeld)
  • E-Mail-Adresse (Pflichtfeld — hieran wird die Eingangsbestätigung gesendet)
  • Bestell-/Rechnungsnummer (Pflichtfeld — die Nummer findet sich in der Buchungs- bzw. Bestellbestätigung)
  • Grund (optional — der Widerruf ist auch ohne Begründung wirksam)

Ist der Kunde bereits eingeloggt, werden Name, E-Mail und Rechnungsnummer automatisch vorausgefüllt. Der Widerruf ist jedoch auch ohne Anmeldung möglich — auch für Gastbuchungen. Der Kunde trägt die Angaben in diesem Fall selbst ein.
Nach dem Absenden erscheint eine Bestätigungsmeldung auf der Seite und der Kunde erhält automatisch eine E-Mail mit Datum und Uhrzeit des Eingangs.
Wichtig: Die Software storniert nach einem eingereichten Widerruf nichts automatisch. Du als Betreiber musst jeden Widerruf anschließend prüfen und bearbeiten.

Widerrufe im Adminbereich bearbeiten

Alle eingegangenen Widerrufe findest du unter Finanzen > Widerrufe. Bei offenen, noch unbearbeiteten Vorgängen wird dir dort ein Benachrichtigungs-Badge angezeigt. Zusätzlich erhältst du täglich eine Erinnerungs-E-Mail, solange noch unbearbeitete Widerrufe vorliegen.
Bitte bearbeite Widerrufe zeitnah — bei einem wirksamen Widerruf gelten gesetzliche Erstattungsfristen.
Anhand des Status siehst du auf einen Blick, in welchem Bearbeitungsstand sich ein Vorgang befindet:

  • Eingegangen — der Widerruf wurde noch nicht bearbeitet
  • Angenommen — der Widerruf wurde akzeptiert, der Vorgang läuft noch
  • Abgeschlossen — der Fall ist vollständig bearbeitet

Detailansicht eines Widerrufs

Klickst du auf einen Widerruf, öffnet sich eine Detailmaske mit allen relevanten Informationen. Die Software verknüpft dabei automatisch die passende Rechnung — per Bestellnummer, E-Mail-Adresse oder Name — bzw. zeigt alle infrage kommenden Rechnungen direkt an. Außerdem siehst du auf einen Blick, ob die gesetzliche Widerrufsfrist noch läuft oder bereits abgelaufen ist.

Deine Handlungsoptionen:

  • Widerruf annehmen und Kunden per E-Mail informieren — der Kunde erhält automatisch eine Benachrichtigung über die Annahme.
  • Widerruf annehmen ohne E-Mail — der Widerruf wird intern angenommen, der Kunde erhält keine weitere Nachricht.
  • Widerruf ablehnen — du kannst eine individuelle Begründung hinterlegen und den Kunden optional per E-Mail darüber informieren.

Wichtig: Das Annehmen eines Widerrufs löst keine automatische Stornierung der Rechnung aus. Klicke direkt auf die verknüpfte Rechnungsnummer und storniere die Rechnung wie gewohnt.
Ist alles erledigt, klicke auf „Als abgeschlossen markieren” — der Status wechselt damit auf „Abgeschlossen” und der Vorgang gilt als vollständig bearbeitet.

Sonderfall: Vorzeitiger Leistungsbeginn

Beginnt eine Leistung vor Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist (z. B. eine Mitgliedschaft, die sofort startet), muss der Kunde im Buchungsprozess aktiv bestätigen, dass er dem vorzeitigen Beginn zustimmt (§ 356 Abs. 4 BGB). Diese Zustimmung wird dokumentiert und in der Bestellbestätigung festgehalten. In diesem Fall erlischt das Widerrufsrecht. In der Detailansicht des Widerrufs sowie auf der Rechnung wird dir dieser Umstand entsprechend angezeigt.

Das musst du selbst prüfen

Eigene Widerrufsbelehrung?

Hast du in den Unternehmens-Einstellungen eine eigene Widerrufsbelehrung hinterlegt, wird sie nicht automatisch angepasst. Ergänze sie um einen Hinweis auf die Widerrufsfunktion oder wechsle auf unsere Standard-Belehrung — die bereits automatisch aktualisiert wurde. Ein Hinweis-Banner in deinem Adminbereich führt dich direkt zur richtigen Stelle.

iFrame-Einbindung?

Bindest du unsere Module per iFrame in deine eigene Webseite ein, musst du den Link zur Widerrufsfunktion zusätzlich gut sichtbar auf jeder Seite deiner Webseite platzieren. Die Beschriftung muss dabei „Vertrag widerrufen” lauten. Den fertigen Link findest du unter Schnittstellen → iFrame → Links.
Eigene AGB oder Datenschutzerklärung?

Prüfe, ob deine Rechtstexte zur neuen Funktion passen — insbesondere in Bezug auf die Datenverarbeitung im Widerrufsprozess. Im Zweifel empfehlen wir eine kurze anwaltliche Prüfung.
Gibt es Fehler im Widerruf, kann sich die Widerrufsfrist dadurch verlängern.